FSJ mit alten Menschen

Hallo, ich heiße Willi, bin 18 Jahre alt und wohne in Rotthalmünster. Im Jahr 2008/2009 besuchte ich die Maria – Ward – Realschule in Neuhaus am Inn und machte dort im Sommer meine Mittlere Reife. Im Laufe des letzten Schuljahres musste ich mich auch entscheiden welchen Weg ich nach der Schule gehen soll. Vielleicht gleich einen Beruf erlernen oder lieber noch weiter auf eine Schule gehen. Seit etwa 2 Jahren bin ich ausgebildeter Gruppenleiter beim kirchlichen Jugendbüro in Ruhstorf. Bei einer Leiterrunde kamen wir irgendwie auf das Thema „freiwilliges soziales Jahr“. Da ich gerne im Kontakt mit Menschen stehe hörte sich die Sache für mich sehr interessant an und ich erkundigte mich weiter in der Schule und über das Internet zu dem Thema FSJ.

Ich bewarb mich dann bei der BDKJ–Diözesanstelle in Passau für ein FSJ im Kirchlichen Jugendbüro in Ruhstorf. Leider klappte es mit der Einsatzstelle für mich nicht so, wie ich es mir vorgestellt hätte aber nach einiger Zeit stand dann fest, dass ich mein FSJ im BRK Seniorenwohnheim in Bad Füssing ableisten werde. Ich freute mich sehr darauf, weil ich so eigentlich noch nie etwas mit älteren Menschen zu tun hatte und ich mir sicher war, dass dies eine große, schwere aber auch schöne Herausforderung für mich werden wird.

Dann war es so weit. Es kam der 1. September, 09.00 Uhr und los geht’s. Der erste Arbeitstag. Wenn ich zurückdenke, muss ich ehrlich zugeben, dass ich ein ziemlich komisches Gefühl hatte als ich an der Pforte stand und auf meine zukünftige Chefin wartete. Was wird mich erwarten? Wie komme ich mit älteren Menschen zurecht? Werden sie mich auch mögen?

Doch schon bald wurde mir bewusst, dass die mir bevorstehenden 365 Tage sehr schöne und erlebnisreiche Tage werden würden und alle Zweifel waren weg. Mir wurde die Einrichtung sehr gut und ausführlich erklärt und gezeigt. Es gab eine Einarbeitungsmappe für mich, die 20 Tage umfasste. Schnell erlernte ich den Umgang mit den Bewohnern und schon bald hatte ich eine gewisse Beziehung zu ihnen aufgebaut. Ich bin in der Betreuung tätig, dass heißt, ich muss keine pflegerischen Arbeiten erledigen. Hauptsächlich bin ich dafür zuständig, dass die Bewohner Abwechslung im Alltag haben. Wenn schönes Wetter ist, fahre ich mit einigen Bewohnern spazieren, spiele diverse Spiele mit ihnen oder begleite sie zu hauseigenen Veranstaltungen. Die Einrichtung bietet ein abwechslungsreiches Wochenprogramm an, das sich von „Musik und Bewegung“ bis hin zu „Denken und Raten“ zieht.

Über meine Einsatzstelle kann ich nur das Beste berichten. Ich würde jederzeit wieder ein FSJ machen, da es mir wirklich viel Erfahrung in Bereichen, die ich davor nicht gekannt habe, gebracht hat. Im Umgang mit Menschen, sei es mit Menschen mit Behinderung oder alten Menschen habe ich viel gelernt und eine positivere Einstellung zu der Arbeit im sozialen Bereich gewonnen.

Ich empfehle jedem, der sich nicht sicher ist, ob die Arbeit mit Menschen für ihn das richtige ist, ein freiwilliges soziales Jahr zu machen.

FSJ in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Mein Name ist Michael Bollwein, ich bin 20 Jahre alt und mache seit Anfang September ein freiwilliges soziales Jahr in der Behinderteneinrichtung Barmherzige Brüder Reichenbach. Es gibt mehrere Gründe, warum ich mich für ein FSJ entschieden habe. Einerseits wusste ich nicht, was ich nach dem Abitur machen sollte, andererseits interessierte ich mich für den sozialen Zweig. Da meine besten Freunde die HeilerziehungspflegerInnen‐Ausbildung in der Einrichtung in Reichenbach machen und sie nur Positives über die Arbeit dort berichteten, war klar, dass ich meinen sozialen Dienst dort leisten wollte. In dieser Einrichtung arbeite ich in einer Wohngruppe mit leicht behinderten Senioren, für deren gesamten Tagesablauf ich zuständig bin. Ich muss dafür sorgen, dass alle pünktlich zur Arbeit kommen, auf ihre Hygiene achten und ein geregelter Tagesablauf stattfindet. Das schöne an meiner Arbeit ist, dass man auch die Freizeit der BewohnerInnen individuell gestalten kann ‐ hier ist von Ausflügen bis hin zum Kegeln alles möglich.

Im Laufe meines FSJ habe ich gelernt, mit behinderten Menschen besser umzugehen, sie besser verstehen zu lernen und ihre Arbeit und ihr Dasein zu schätzen. Ein positiver Punkt des FSJ ist außerdem, dass in regelmäßigen Abständen Seminare stattfinden, in denen wir FSJlerInnen uns austauschen können und in denen wir alles, was uns am Herzen liegt, äußern können. Außerdem ist es immer wieder schön, alle anderen FSJlerInnen zu treffen und mit ihnen etwas zu unternehmen. Auch finde ich es sehr interessant, von der Arbeit der Anderen zu erfahren und sich auszutauschen. Auf den Seminaren kann man sehr gut Kraft tanken, um die Hürden, die der Arbeitsalltag so mit sich bringt, gut meistern zu können. Daher sehe ich die Seminare als sinnvolle Sache!

Meine Arbeit in der Wohngruppe ist sehr abwechslungsreich. Ich selbst denke, dass ich mit meiner Arbeit den Menschen viel Spaß bereite und ihren Lebensalltag schmücke. Die Gruppe ist mir sehr ans Herz gewachsen, wodurch die Arbeit umso mehr Spaß macht.

Auch einen Haushalt zu führen will gelernt sein!

Letztendlich denke ich, dass ich mit meiner Entscheidung, ein FSJ zu machen richtig gelegen bin. Durch das FSJ habe ich einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen. Noch viel wichtiger ist aber, dass sich mein Menschenbild verändert hat. Durch meine Arbeit hat sich auch mein Umgang mit anderen Menschen positiv gewandelt. Ich schätze jetzt jede einzelne Person viel mehr und weiß besser mit ihren Macken umzugehen. Außerdem habe ich viel für den Haushalt gelernt. Deshalb würde ich jedem empfehlen, ein FSJ zu machen, der nicht genau weiß, was er nach der Schule machen soll, weil ich denke, dass das Jahr viel Zeit bietet, sich für den weiteren Lebensweg vorzubereiten. Zudem denke ich, dass das FSJ jeden auch geistig weiterbildet.

Michael Bollwein
Freiwilliger in einer Einrichtung für behinderte Menschen in der Diözese Regensburg

FSJ im Krankenhaus

Hallo, ich heiße Elena, bin 17 Jahre alt und wohne in der Nähe von Regensburg. Im Jahr 2007/2008 ging ich noch auf die Realschule und machte im Sommer meinen Abschluss. Im Laufe dieses letzten Schuljahres stand auch die Entscheidung an, für welche Ausbildung ich mich bewerben würde. Hotelfachfrau war bis dahin mein Traumberuf. Doch seit einem zweiten Praktikum im Hotel war mir klar, dass meine Vorstellungen und die Realität weit auseinander liegen. Jetzt war ich ratlos! Für mich stand nur fest, ich möchte etwas mit Menschen zu tun haben. Einer meiner Lehrer war der gleichen Meinung. Eines Tages sagte er nach seiner Stunde zu mir: „Elena, ich könnte mir dich sehr gut als Hebamme vorstellen.“ Ich protestierte sofort, aber als ich das dann Zuhause erzählte, stimmten meine Eltern meinem Lehrer zu.
Je länger ich darüber nachdachte, desto neugieriger wurde ich. Da war nur noch das Problem Krankenhaus! Meine Überlegungen waren, dass Hebammen vor allem in Kliniken tätig sind und ich wusste nicht, wie ich mich in der eigenen Welt des Krankenhauslebens fühlen würde.

Die Bewerbung

An einem Samstagabend schlug meine Mutter vor, mich doch für ein FSJ zu bewerben, um in die Arbeitswelt „Krankenhaus“ hinein zu schnuppern. Aufgrund einer Information im Internet schickte ich meine Bewerbung an BDKJ und Caritas. Die Einladung zum Bewerbungsgespräch folgte und ich war happy! Wir waren drei Mädchen, mussten über uns erzählen und wo wir unser FSJ absolvieren wollten und wurden auf unsere Teamfähigkeit getestet.
Ich entschied mich für das Kinder- und Frauenkrankenhaus St. Hedwig in Regensburg. Es folgten noch zwei Vorstellungsgespräche im Krankenhaus, bevor ich die Zusage hatte, am 1. September 2008 in der Hedwigsklinik anfangen zu dürfen.

Der erste Arbeitstag

Am ersten Arbeitstag, nachdem ich meine Dienstkleidung erhalten hatte, wurde ich auf der gynäkologischen Station vorgestellt. Ich kam mir vor wie in einer anderen Welt. In den ersten zwei Wochen wurden mir immer neue Aufgaben erteilt, für die ich in Zukunft zuständig war. Dazu gehörte zum Beispiel, beim Essen austeilen zu helfen, die von den Müttern abgepumpte Milch auf die Intensiv- oder Frühchenstation zu bringen, Patientinnen mit in den OP zu fahren oder von dort abzuholen, das benutzte Untersuchungsbesteck in die Sterilisation zu bringen, Post zu holen, auf das Läuten der Patientinnen zu reagieren, beim Waschen zu helfen, Blutdruck, Temperatur und Puls zu messen und noch vieles mehr.
In den Schichtübergaben hatte ich allerdings noch länger meine Probleme, denn dort fielen nur medizinische Fachbegriffe und Abkürzungen, z. B. DK für Dauerkatheter. Doch mit der Zeit, wird das alles selbstverständlich.

Die Seminare

Alle FSJ-lerInnen des BDKJ/der Caritas treffen sich fünfmal im Jahr zu einwöchigen Seminaren, bei denen sich vier super BetreuerInnen und ein Koch um uns kümmern. Dort tauschen wir Erfahrungen aus, können uns den Kummer von der Seele sprechen und machen Projekte, in denen wir kreativ und sportlich sein können. Dabei ist Teamarbeit gefragt.
Die Seminare helfen mir immer wieder, belastende Situationen im Krankenhaus, wie zum Beispiel, wenn Kinder gestorben oder tot auf die Welt gekommen sind oder wenn bei jungen Patientinnen unheilbarer Krebs diagnostiziert wurde, ganz aufzuarbeiten.
Jetzt kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war, ein FSJ zu machen, da ich gemerkt habe, dass diese Arbeit mir richtig Spaß macht. Es hat mir geholfen, meinen Traumberuf Kinderkrankenschwester zu finden, da ich festgestellt habe, dass mir die Arbeit mit Kindern besser gefällt als mit Erwachsenen. Am 1. Oktober 2009 beginne ich meine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in der Klinik St. Hedwig in Regensburg.
Ich möchte jedem, der sich nicht sicher ist, ob die Arbeit mit Menschen das richtige für ihn ist, ein freiwilliges soziales Jahr empfehlen.

FSJ mit Kindern und Jugendlichen

Hey, ich heiße Julia, bin 20 Jahre alt und habe von September 2008 bis August 2009 ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Jugendbildungsstätte Waldmünchen absolviert und studiere nun im ersten Semester den Studiengang Soziale Arbeit. Warum ich mich nach meinem Abitur 08 für ein FSJ entschieden habe, hat mehrere Gründe: einerseits wollte ich nach dem jahrelangen Lernen eine „Auszeit“ nehmen und dabei etwas Sinnvolles tun, andererseits bestand da bereits bei mir ein großes Interesse an sozialen Berufen.

Das FSJ erschien mir hierfür die beste Möglichkeit, in diesen Bereich einen Einblick zu erhalten und testen zu können, ob ich für einen sozialen Beruf geeignet bin. Am Anfang meines FSJ war alles sehr neu für mich- viele neue Kollegen, eine ungewohnte Umgebung, die Arbeit an sich und meine Aufgaben, die mir gestellt wurden. Schritt für Schritt und mit reichlich Unterstützung von allen Seiten wurde ich in meine Arbeit eingeführt. Meine Aufgabenfelder waren sehr breit gefächert: von der Betreuung des hauseigenen Jugendtreffs, der eigenständigen Organisierung und Durchführung von Ausflügen für die Jugendlichen, bis hin zur täglichen Büroarbeit z. B. Evaluierung oder Flyer entwerfen, war alles dabei.

Im Jugendtreff war es wichtig, mich von Beginn an, gegen die (teilweise auch gleichaltrigen oder älteren) Jugendlichen durchzusetzen z. B. im Hinblick auf das Rauch- und Alkoholverbot, was mich erst mal eine gewisse Überwindung gekostet hat. Was das Organisieren von Ausflügen und Events angeht, wurde mir einerseits klar, wie viel Arbeit dahinterstecken kann, andererseits wie viel Spaß man dabei mit den Jugendlichen haben kann und man für sein Engagement mit positiven Rückmeldungen belohnt wird.
Bei der täglichen Büroarbeit wurden meine Kenntnisse in verschiedensten PC-Programmen erweitert oder erneuert. Außerdem bekam ich einen kleinen Einblick in die Schulsozialarbeit, wobei ich der zuständigen Schulsozialarbeiterin der Hauptschule über die Schulter schauen durfte und z. B. mit ihr Vorstellungsgespräche im Rollenspiel mit Schülern der Abschlussklassen durchführen durfte. Zudem nahm ich an einer Einführung in den Internationalen Team-Trainings-Parcours (Niederseilgarten) teil, um danach selbst mit (Schul-/Sport-) Gruppen diesen nutzen und erlebnispädagogische Übungen anleiten zu können.

Ein weiterer Bereich meiner Aufgaben war die Mitarbeit bei verschiedenen Seminaren, die an der Jugendbildungsstätte angeboten werden: Seminare zur Berufsorientierung, d. h. Schulklassen kommen an die Jubi Waldmünchen, um sich intensiv mit ihren eigenen Fähigkeiten zu beschäftigen, lernen, diese für sich zu nutzen und haben auch die Möglichkeit Vorstellungsgespräche für ihre spätere Bewerbung einzuüben. Zudem gab es zahlreiche Möglichkeiten für mich, auszuprobieren und selbst einiges dazu zu lernen: Internationale Projekte, v. a. mit dem Nachbarland Tschechien, aber auch europaübergreifende Seminare, Ferienseminare z. B. Fußball-Camps für Kids oder medienpädagogische Seminare, wo man z. B. mit Radiogeräten oder Videokameras arbeiten kann. Mein Anteil lag darin auch sog. Warmings-Ups (Spiele) und verschiedene Teamübungen anzuleiten. In der ersten Zeit fiel es mir eher schwer, mich vor einer großen Gruppe Jugendlichen hinzustellen und zu sagen, was sie tun sollen bzw. was nicht. Doch dadurch, dass wir im Team immer wieder reflektiert haben, was ich gut bzw. noch besser machen könnte, lernte ich von Tag zu Tag mich zu steigern und wurde immer selbstsicherer. Zudem kam dazu, dass ich bei jedem Seminar immer wieder mit anderen Kollegen und Zielgruppen zusammenarbeitete, was für mich immer wieder eine Umstellung bedeutete und auch Teamfähigkeit von mir forderte. Ich wurde insgesamt offener für Neues und konnte aufgeschlossener auf andere Menschen zu gehen. Dass dies oft Mut braucht ist selbstverständlich, aber es lohnt sich auf jeden Fall; entweder war es eine weitere positive Erfahrung oder eine Chance, es das nächste Mal besser zu machen.

Auch lernte ich meine eigenen Fähigkeiten und Grenzen besser kennen und weiß sie nun besser zu nutzen. Insgesamt fällt meine Resümee überaus positiv aus: Ich hatte die Chance, einen praktischen Einblick in meinen Traumberuf zu erhalten, habe neue Freunde kennengelernt, viele hilfreiche Erfahrungen für mein Studium erhalten und mich in meiner Persönlichkeit positiv weiterentwickeln können. Ich kann nur jedem das FSJ weiterempfehlen: wenn ihr noch nicht wisst, ob euch ein sozialer Beruf liegt, oder nach eurer Schulausbildung ihr eine sinnvolle „Auszeit“ nehmen und nebenher viele neue Leute kennenlernen und viel Spaß gemeinsam mit anderen in den Seminaren haben wollt, dann macht ein FSJ!
Julia Breu