Erfahrungsberichte
Erfahrungsberichte
"Wenn du nicht mehr weißt, wohin du gehen sollst, halte inne und schau zurück, woher du gekommen bist."
(aus Afrika)

Blogs von unseren Freiwilligen aus Tansania

2008/2009

Erster Erfahrungsbericht aus Rulenge

Los ging die Reise nach Afrika am Münchner Flughafen mit einer Panne:  Der gebuchte Flug wurde wegen eines defekten Reifens auf unbestimmte Zeit verschoben. Ich musste also mein Gepäck wieder auftreiben und mich zum Umbuchen anstellen. Mit einem kleinen Umweg über Paris und Nairobi bin ich dann in Dar es Salam, der Stadt mit dem größten Flughafen in Tansania, gelandet. Dort hatte ich fast einen Tag lang Zeit, zum ersten Mal ein bisschen etwas von Tansania anzuschauen. Am Abend ging es dann weiter mit dem Flugzeug nach Mwanza, wo ich die nächsten drei Wochen halbtags Sprachunterricht haben sollte.
Nach eineinhalb erholsamen Tagen begann dann der Sprachkurs, der nach einem bisschen Hin und Her mit der geplanten Anzahl von Stunden unterrichtet wurde. An was man sich als frisch aus dem europäischen Sommer Kommender gewöhnen muss, ist, dass es untertags über 30 Grad hat und auch in der Nacht recht warm ist. Die Sonne ist jedoch abends um halb acht verschwunden und es ist stockdunkel. Und es ist nicht nur dunkel, außer in Bars und Restaurants schläft auch alles.
Nach zweieinhalb Wochen wurde ich dann von Brigitte Geisler, einer Freiwilligen aus Österreich, die in Rulenge im Waisenhaus arbeitet, abgeholt und wir fuhren nach Rulenge. Das erste Stück wurden wir von einem Priester der Diözese Rulenge mitgenommen. Nach einer Übernachtung im Priesterseminar in Katoke ging es dann mit einem sehr „interessanten“ Bus weiter über Ngara nach Rulenge. Die Busse fahren dort ziemlich viel über Land und halten eigentlich in jedem größeren Ort. Was die Busfahrten und auch die Autofahrten sehr interessant macht, sind die Straßen, die sich mit den von uns gewöhnten fest geteerten Straßen erstmal schwer vergleichen lassen. Als wir in Rulenge ankamen, regnete es. Darauf haben die Bewohner schon eine Weile gewartet.
In Rulenge wohne ich jetzt in der „Mission“, also dem Pfarrhaus, das an der Basilika angeschlossen ist und in dem auch die Priester und der Bischof untergebracht sind. Gegessen wird ebenfalls gemeinsam. Es gibt in der Regel Reis, Soße, Fleisch und Kochbananen. Kochbananen sind Bananen gekocht mit Bohnen, wobei man nicht die süßen Bananen nimmt, wie man sie bei uns kennt.
Auch in der Arbeit hier in Rulenge bin ich mittlerweile voll und ganz angekommen. Ich hab ein kleines nettes Büro im Caritas-Gebäude von Rulenge und soll der Caritas und den restlichen diözesanen Organisationen in Computerfragen und bei Problemen helfen. Die Computerarbeit hier ist sehr spannend, da der Strom von der Solaranlage oder aus dem Generator kommt, also bei Bewölkung mal spontan aus sein kann. Ansonsten gibt es definitiv mehr Computer in den Büros der Diözese als man vermuten würde, nur werden sie zum Teil nicht genutzt. Gegen dieses Problem habe ich kleine PC-Schulungen geplant.
Roman Leicht