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Politische Bildung rauf - Wahlalter runter


Nichts Revolutionäres sondern längst überfällig– BDKJ Bayern fordert seit fast 20 Jahren jungen Menschen unter 18 Jahren endlich ihr politisches Grundrecht auf aktives Wählen zu gewähren

München, 05. April 2017     Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Bayern setzt sich seit vielen Jahren für die aktive Beteiligung junger Menschen ein. Als wesentliches Mittel für eine generationengerechte Gestaltung von gesellschaftlichen und politischen Prozessen sieht er die Mitbestimmung bei Wahlen und dementsprechend eine Absenkung des Wahlalters.
„Wir fordern das aktive Wahlrecht ab 14 Jahren auf allen Ebenen – insbesondere auf Landes- und Kommunalebene einzuführen – bei gleichzeitiger Verstärkung der politischen Bildung in Schulen“, so Daniel Köberle, BDKJ-Landesvorsitzender.
Junge Menschen müssen verstärkt in der Schule lernen wie Sachverhalte einzuschätzen und kritisch zu betrachten sind. Sie benötigen die Kompetenz sich aufgrund verschiedener Medien eine eigene Meinung zu bilden und diese in Diskussionen einzubringen. Im aktuell diskutierten Bildungspaket der CSU-Landtagsfraktion muss dies aus Sicht des BDKJ Bayern unbedingt berücksichtigt werden! Natürlich findet politische Bildung auch außerschulisch z.B. in der katholischen Jugend(verbands)arbeit statt, sie muss aber auch vermehrt in den Schulen ihren Platz haben.

„Es darf nicht sein, dass nur für und über junge Menschen entschieden wird! Stattdessen muss mit ihnen entschieden werden. Damit würden im Gesetzgebungsverfahren bei Fragen nach Sinn und Nachhaltigkeit automatisch die kommende Generation berücksichtigt werden“, fasst Daniel Köberle zusammen.

Der BDKJ Bayern beobachtet ein mangelndes gesellschaftliches und politisches Bewusstsein für die jetzigen und künftigen Belange von Kindern und Jugendlichen. Es liegt ein strukturelles Grundproblem unserer Demokratie vor – die Bevorzugung der Gegenwart bei gleichzeitiger Vernachlässigung der Zukunft. Dies ist angesichts einer alternden Gesellschaft besonders schwerwiegend: bereits im Jahr 2035 wird nach heutigem Rechtsstand die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland im Rentenalter sein und rund 60 % der Wahlberechtigten ausmachen (laut ifo-Institut). Diese demografische Veränderung hat tiefgreifende Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben und das politische Agenda-Setting. Eine alternde Gesellschaft läuft Gefahr, die Bedürfnisse der jungen Generationen zugunsten der Eigenen zu vernachlässigen und trifft deswegen langfristige Entscheidungen für die nicht sie, sondern kommende Generationen die Verantwortung übernehmen müssen. Stand heute finden junge Menschen als Entscheidungstragende bei Wahlen nicht direkt statt.

„Die Jugend wünscht sich mehr Entscheidungsrechte. Sie weiterhin von dieser direktesten Form politischer Partizipation auszuschließen, dürfen wir uns als Gesellschaft nicht erlauben“, schließt Daniel Köberle.