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Betreu doch mal!



Herausforderung zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der Kinderbetreuung

Der BDKJ Bayern beobachtet seit langer Zeit die hohe Diskrepanz zwischen Wunsch nach Kinderbetreuung der Eltern und den Anforderungen des modernen Arbeitslebens. Vor allem die Männer stehen in einem großen Spannungsfeld aus eigenen Wünschen und Forderungen an sie durch ihr privates und berufliches Umfeld.

Das Bayerische Kinderbildungs- und betreuungsgesetz (BayKiBiG) sieht für Kindertagesstätten maximal 30 Schließtage pro Jahr vor, bayerische Schulkinder haben 60 Ferientage. Dem gegenüber stehen Arbeitnehmenden im Durchschnitt 27 Tage Urlaub pro Jahr zu. Hier die richtige Balance aus gemeinsamer Zeit der ganzen Familie, Karrierewünsche und eigenen Bedürfnissen zu finden, ist eine Herkulesaufgabe für Eltern.

„Beruf ist Element persönlicher Sinnstiftung und Instrument zur Sicherung des Lebensunterhalts zugleich. Dementsprechend hat auch der Arbeitsplatz eine Doppelrolle: Als Ort, um sich tätig in der Welt auszudrücken und als Struktur zur ökonomischen Absicherung,“ beschreibt Daniel Köberle, BDKJ-Landesvorsitzender, die Situation. Männer halten an ihrer Arbeitszeit fest, beklagen geleichzeitig die geringe Zeit für die Familie.
„Wie kann es sein, dass sich junge Männer so ausdrücklich mehr Zeit für die Familie wünschen und ihre eigene Arbeitszeit dennoch nicht an die familiäre Situation anpassen? Offensichtlich ist der Druck durch die Familie geringer als der Druck von Arbeitgebern,“ so Daniel Köberle.

Deshalb fordert der BDKJ Bayern seit langem eine moderne Zeitpolitik, eine familienfreundliche Unternehmenspolitik und eine Anerkennungskultur für Männer, die mehr Familienzeit nehmen wollen.