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Der Suppe fehlt das Salz


Seit Jahren keine bedarfsgerechte Förderung von Veranstaltungen und Projekten in der Jugendarbeit in Bayern – nicht mangels Geld, sondern mangels bedarfsgerechter Richtlinien

München, 02.03.2018    „Man stelle sich folgendes Szenario vor: Der Bayerische Landtag verabschiedet im Haushalt Gelder zur Förderung von Jugendarbeit, das Bayerische Staatsministerium für Finanzen weigert sich aber gleichzeitig seit Jahren vom Bayerischen Jugendring entworfene, mit dem Sozialministerium abgesprochene, bedarfsgerechte Richtlinien zur Förderung zu verabschieden, so dass die Kontingente teils komplett gar nicht, teils nicht voll abgerufen werden können“ fasst Eva Jelen, BDKJ-Landesvorsitzende, diesen einmaligen Vorgang zusammen.

So ist die Förderung im Bereich der Ausbildung ehrenamtlicher JugendleiterInnen (AEJ) und Jugendbildungsmaßnahmen (JBM) seit so vielen Jahren nicht mehr angepasst worden, dass inzwischen sogar die Jugendbildungsstätten in Bayern für Jugendverbände und ihre Veranstaltungen zu teuer sind.
Noch absurder ist die Situation für den Bereich der Fachprogramme des Bayerischen Jugendrings: Das Sozialministerium stellt Gelder für bestimmte inhaltliche Förderungen z.B. für Medienpädagogik zur Verfügung, solange es aber keine rechtskräftigen Richtlinien zur Förderung gibt, können die bereitgestellten Mittel nicht ausgegeben werden. Eine gelingende und gute Jugendarbeit ist aber auf diese Gelder angewiesen.

„Durch diese Situation überlegen erste Verbände bereits Maßnahmen nicht mehr anzubieten, weil die Förderung fehlt. Die KjG in der Erzdiözese München und Freising zum Beispiel weiß nicht, ob und wie sie zukünftig ihre GruppenleiterInnenkurse finanzieren soll. Bei Inhalten wie Soziale Interaktion oder Prävention sexueller Gewalt käme eine Absage einer deutlichen Qualitätsminderung der Jugendarbeit gleich“ resümiert Eva Jelen. Eine deutliche Steigerung der TeilnehmerInnenbeiträge würde die Ehrenamtlichen noch weiter belasten und sozial benachteiligte Jugendliche von den Angeboten quasi ausschließen.

Die JBM finden im politischen, sozialen, berufsbezogenen, ökologischen, kulturellen, religiösen und sportlichen Bereich, welche jungen Menschen (grundsätzlich nicht älter als 26) Hilfen zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit, ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse gibt und sie zur Wahrnehmung ihrer Rechte und Mitverantwortung in der Gesellschaft befähigen, statt. Die AEJ umfassen Bildungsmaßnahmen zur Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung von MitarbeiterInnen oder künftigen MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit (in der Regel mindestens 15 Jahre alt).

„Der BDKJ Bayern ist nicht bereit, diesen Mangel weiter so hinzunehmen, weitere Schritte werden geprüft“ zeigt sich Eva Jelen entschlossen.

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