Argumente

Acht schlagkräftige Argumente


  • Jährlich nehmen über 23000 Kinder und Jugendliche an den über 600 Jugendbildungsmaßnahmen (JBM) der katholischen Jugendarbeit teil!
Wir wissen aus Erhebungen und Statistiken, dass es eigentlich noch viel mehr sein könnten, wenn wir entsprechende Zuschussmittel hätten (jeweils knapp doppelt so viel!). Oft werden Maßnahmen nämlich abgesagt oder kommen nicht zustande, weil die Zuschusssituation so ungenügend ist. Zusätzlich wissen wir von vielen Maßnahmen, die stattfinden und im Prinzip zuschussfähig wären, im Moment aber wegen der nicht ausreichenden Zuschussmittel nicht abgerechnet werden können.


  • In Jugendbildungsmaßnahmen werden Qualifikationen vermittelt und erworben, die in Schule nicht bzw. nicht ausreichend vermittelt werden (z.B. „soft skills“, d.h. Kommunikation, Reflexion, Kreativität, Verhandlungsgeschick, sich in Gruppen zurecht finden, …) 
Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten sind auch studien- und berufsrelevant – man tut sich in Studium, Ausbildung und Beruf nachweislich leichter, wenn man Qualifikationen aus der Jugendarbeit mitbringt. Jugendbildungsmaßnahmen sind (neben Gruppenstunden) ein zentraler Ort katholischer Jugendarbeit, an dem diese Qualifikationen erlernt werden können. Dies gilt in gleichem Maße für die Teilnehmenden, wie auch für die ehrenamtlichen JugendleiterInnen, die diese Maßnahmen durchführen.


  • Jugendbildungsmaßnahmen erreichen Kinder und Jugendliche in ganz Bayern!
Wir erreichen mit unseren Maßnahmen Kinder und Jugendliche sowohl im ländlichen Raum, als auch in den Ballungsräumen. Dies trägt auch dazu bei, die Vielfalt und Lebensqualität insb. in den strukturschwachen Räumen Bayerns zu sichern.


  • Wenn man Jahr für Jahr viele motivierte Jugendliche zu JugendleiterInnen ausbildet, produziert das einen natürlichen Bedarf an mehr Mitteln für Jugendbildungsmaßnahmen.
Die katholische Jugendarbeit bildet viele JugendleiterInnen aus, jährlich nehmen ca.14000 Ehrenamtliche an unseren Mitarbeiterbildungsmaßnahmen teil. Unsere Leistungsstatistik belegt, dass sich in der katholischen Jugendarbeit in Bayern über 40000 junge Menschen ehrenamtlich engagieren. All diese Ehrenamtlichen wollen was tun und brauchen daher auch entsprechende Zuschüsse für die Bildungsmaßnahmen, die sie durchführen wollen.


  • Der Geldbeutel darf nicht über die Teilnahme an einer Jugendbildungsmaßnahme entscheiden! 
Steigende Preise für Übernachtungskosten, Verpflegung, Fahrtkosten u.v.m. mussten von den Veranstaltern seit 1994 immer durch Einsparungen und v.a. durch höhere Teilnahmegebühren kompensiert werden, da die Zuschüsse nicht ebenfalls gestiegen sind. Dies macht es immer mehr Kindern, Jugendlichen & deren Eltern schwer bis unmöglich, sich die Teilnahme an Jugendbildungsmaßnahmen zu leisten. Eine adäquate Ausstattung an JBM-Mitteln ermöglicht dagegen, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern an Jugendbildungsmaßnahmen teilnehmen können.


  • Eine gute JBM-Ausstattung sichert auch die Existenz der Jugendeinrichtungen vor Ort!
Lokale Selbstversorgerhäuser, Jugendzeltplätze, Jugendbildungsstätten und Jugendherbergen sind Rückgrat und Infrastruktur für die gesamte Jugendarbeit in Bayern. Neben Baumaßnahmen (die vom Bayerischen Jugendring gesondert gefördert werden) muss aber auch der laufende Betrieb aus Einnahmen, d.h. Belegungs- und Übernachtungsgebühren, finanziert werden. Ausreichende staatliche Zuschüsse für Jugendbildungsmaßnahmen sind daher auch nötig, damit die Träger der Jugendarbeit diese Häuser buchen und bezahlen können UND die Teilnahmebeiträge so sind, dass auch viele Kinder und Jugendliche an den Maßnahmen teilnehmen können. In der Konsequenz werden so auch die genannten Einrichtungen (und damit auch Arbeitsplätze in der Region) gesichert.


  • Jugendbildungsmaßnahmen ist „Investition in Köpfe statt Beton“!
Jugendarbeit bewegt was, in und für Kinder und Jugendliche. Jugendbildungsmaßnahmen leisten einen großen Bildungsbeitrag, auch weil sie in hohem Maße von Ehrenamtlichen selbst geplant und durchgeführt werden. Somit investiert der Freistaat Bayern mit einer besseren JBM-Förderung nicht nur in die „Köpfe“ der Teilnehmenden, sondern auch in die Kompetenzentwicklung der Ehrenamtlichen selbst. (siehe auch 4.)


  • Durch den ehrenamtlichen Einsatz junger Menschen leistet Jugendarbeit mit wenig Mitteln Großes. Diese Bildungsleistung der Jugendarbeit ist für den Freistaat nirgendwo anders zu bekommen, schon gar nicht so günstig!
Ehrenamt ist kostengünstig und ressourcensparend. Auch wenn man sich kaum vorstellen kann, ob und wie die Qualifikationen, die in der Jugendarbeit vermittelt werden, in der Schule überhaupt vermittelt werden könnten, kann man sich doch ein ungefähres Bild davon machen, wieviel zusätzliches Personal der Freistaat in den Schulen hierfür bräuchte. Auch lässt sich am konkreten Beispiel vor Ort gut verdeutlichen, wie sparsam in Gruppenstunden, Wochenendmaßnahmen, Zeltlagern & Co. mit Geldern umgegangen wird.

Hilfreiche Zahlen

  • 

Der Tagessatz für JBM liegt seit 1994 quasi unverändert bei 10,50€ (bei der Euro-Umstellung wurde nur umgerechnet). Im selben Zeitraum sind die Preise nach der allgemeinen Preissteigerungsrate allerdings um 26% gestiegen. Das heißt, dass man für Waren, die 1994 10€ gekostet haben, heute 12,60€ ausgeben müsste.  Für den JBM-Tagessatz heißt das, dass er, um Anfang 2011 davon genau so viel kaufen zu können wie 1994, inzwischen von 10,50€ auf 13,14€ hätte angehoben werden müssen.


  • Zur Illustration:
Benzin hat z.B. 1994 umgerechnet 0,77€ gekostet, 2010 lag der Preis im Mittel bei 1,42€. Das entspricht einer Preissteigerung von 84%. Die Preissteigerung von Heizöl, die eine maßgebliche Auswirkung auf die Übernachtungspreise in Selbst- und Vollversorgerhäusern hat, indirekt aber auch Lebensmittelpreise beeinflusst, ist noch deutlicher: Der Heizölpreis stieg im gleichen Zeitraum von 0,23€ um über 200% auf 0,72€ pro Liter. Eine Recherche unter Selbstversorgerhäusern hat ergeben, dass die Übernachtungspreise zwischen 1994 und 2010 um bis zu 30% angehoben werden mussten, um die Kostensteigerungen zu decken.

Auch die Lebensmittelpreise sind erheblich gestiegen, so allein seit 2005 z.B. Brotwaren um 17,8%, Obst um 20,8%, Eier um 27,4%, Gemüse um 28,2% und Butter um 36,0% (Quelle: Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung). 

  • 

Der Bayerische Jugendring bekommt vom Bayerischen Landtag jedes Jahr über das Kinder- und Jugendprogramm der Staatsregierung Zuschussmittel zugewiesen. Darin sind auch die Mittel für Jugendbildungsmaßnahmen enthalten. Die verfügbaren Mittel für JBM sind im Zeitraum 1994-2010 absolut um ca. 350.000€ gesunken. Relativ ist dies ein Rückgang um 19,8%. Damit können zusätzlich zur eben beschriebenen Problematik der Preissteigerung gleichzeitig weniger Maßnahmen und damit weniger Kinder und Jugendliche gefördert werden als 1994. Die geforderte zusätzliche Million für Jugendbildungsmaßnahmen würde die Preissteigerung (1994-2010 zzgl. der angenommenen Preissteigerung für 2011) kompensieren und so ermöglichen, den Tagessatz auf 13,50€ anzuheben.